Zwei Berufe, zwei Arten von Praxis
Medizinische Fachangestellte (MFA) sind in Hausarzt- und Facharztpraxen, Medizinischen Versorgungszentren und Klinikambulanzen die Verbindung zwischen Patienten und Ärztin. Sie organisieren Empfang und Termine, nehmen Blut ab, schreiben EKGs, bereiten Untersuchungen vor, assistieren bei kleineren Eingriffen und kümmern sich um Hygiene, Dokumentation und Abrechnung.
Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) arbeiten vor allem direkt am Behandlungsstuhl. Sie reichen Instrumente an, mischen Materialien, bereiten Medizinprodukte hygienisch auf und betreuen Patienten vor und nach der Behandlung. Dazu kommen Prophylaxe, Assistenz beim Röntgen, Terminplanung und Abrechnung. Die ältere Bezeichnung Zahnarzthelferin taucht in Anzeigen weiterhin auf, ebenso Arzthelferin für MFA.
Ausbildung und Prüfung
Beide Berufe sind duale Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und dauern drei Jahre. Für MFA gilt die Ausbildungsverordnung MedFAngAusbV, für ZFA die neu gefasste ZahnmedAusbV, die seit dem 1. August 2022 in Kraft ist. Zuständige Stelle ist nach § 71 Abs. 6 BBiG für MFA die Ärztekammer und für ZFA die Zahnärztekammer. Dort wird der Ausbildungsvertrag eingetragen und die Abschlussprüfung abgenommen.
| Merkmal | MFA | ZFA |
|---|---|---|
| Typischer Arbeitsort | Hausarzt- und Facharztpraxis, MVZ, Klinikambulanz | Zahnarztpraxis, Kieferorthopädie, Zahnklinik |
| Verordnung | MedFAngAusbV | ZahnmedAusbV von 2022 |
| Prüfung vor | Ärztekammer | Zahnärztekammer |
| Dauer | 3 Jahre | 3 Jahre |
Spezialisierte Einsatzfelder
Auf dieser Seite stehen neben klassischen Praxisstellen auch Anzeigen wie MFA für die interdisziplinäre Endoskopie oder Pflegefachkraft oder MFA für die Dialyse. Solche Stellen setzen oft Zusatzwissen voraus. Der Gehaltstarifvertrag für MFA nennt passende Fortbildungen, etwa gastroenterologische Endoskopie, Dialyse und Nephrologie, ambulantes Operieren oder Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis. Pflegefachpersonen, die eine MFA-Tätigkeit ausüben, sind im Sinne dieses Tarifvertrags MFA gleichgestellt.
ZFA können sich über Aufstiegsfortbildungen nach den Fortbildungsordnungen der Zahnärztekammern weiterqualifizieren, etwa zur Prophylaxeassistenz (ZMP), zur Verwaltungsassistenz (ZMV) oder in der Dentalhygiene (DH). Wer lieber organisiert als assistiert, findet in größeren Praxen und Versorgungszentren auch Stellen am Empfang, in der Abrechnung oder im Qualitätsmanagement.
Arbeitszeiten und Umfeld
In Praxen richtet sich die Arbeitszeit meist nach den Sprechstunden. Frag, ob es Abendsprechstunden, Samstagstermine oder Notdienste gibt und wie sie ausgeglichen werden. Stellen in Kliniken, Dialysezentren oder Endoskopieabteilungen können Früh- und Spätdienste oder Bereitschaften umfassen. Das steht meist schon in der Anzeige oder lässt sich im ersten Gespräch klären.
Worauf es bei der Wahl ankommt
Wenn dich Diagnostik, Labor und das breite Spektrum der Medizin interessieren, passt die MFA-Ausbildung. Wer gern präzise mit den Händen arbeitet und eng mit einer Behandlerin am Stuhl zusammenarbeitet, ist in der Zahnmedizin gut aufgehoben. Ein Wechsel zwischen beiden Berufen ist ohne neue Ausbildung schwierig, weil Prüfung und Kammer verschieden sind. Ein Praktikum von ein paar Tagen in einer Hausarztpraxis und in einer Zahnarztpraxis zeigt dir schneller als jede Beschreibung, wo du dich wohler fühlst.